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Geschichte des Züri Tirggel

Unter den Modelgebäcken nimmt der Tirggel eine Sonderstellung ein. Mehr als ein halbes Jahrtausend hat sich weder seine ursprüngliche Form, noch der Teig wesentlich verändert. Der erste Hinweis findet sich 1461 in Zürich, dass ein Honig Gebäck mit der Bezeichnung „dirggely“, im Rahmen eines Gerichtsfalles aktenkundig wurde.

Leider sind keine schriftlichen Dokumente vorhanden, wie die Bildgebäcke seinerzeit entstanden sind. Auch haben die Modelstecher es unterlassen ihre Werke zu zeichnen, da die meisten nicht schreiben konnten. Wenn, dann fand man nur Initialen auf dem Holzmodel. Doch viele Besitzerfamilien zeichneten ihre Model mit einem Brandzeichen oder liessen ihr Allianzwappen einschnitzen. In der Limmatstadt entwickelte sich das Flachgebäck zu einer Spezialität und wurde ins Brauchtum aufgenommen. Jegliche Szenen wurden im Tirggelmotiv verewigt, stets war das Bild Ausdruck seiner Zeit.

Im 19. Jahrhundert verdrängten neue Trends wie Kristallzucker, Schokolade und Marzipan die Tirggel immer mehr. Es kam soweit, dass der Tirggel sogar ganz aus der Stadt Zürich verloren ging. In Vergessenheit geriet er aber nie, dank einiger Bäcker ausserhalb der Stadt, die das Handwerk weiter pflegten, unter anderem auch in Wald.

Nach 150 Jahren Tirggel-Produktion, hat die traditionsreiche Bäckerei Honegger nun das Wissen an die Stiftung St. Jakob weitergegeben.
Mit Herz und Leidenschaft dürfen wir das Kulturerbe, in der ursprünglichen Heimatstadt des Tirggels, weiter pflegen.

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Ein Tirggelbäcker geht — das historische Handwerk bleibt

20.04.2017: Pressebericht bei Zürichsee-Zeitung: LINK

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